Woher kommt das Persönlichkeitsmodell hinter perStyles – und auf welchen Grundlagen baut es auf?
Wissenschaftliche Grundlagen
Die Wurzeln von perStyles reichen bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts zurück. 1957 veröffentlichten die Psychologen Charles E. Osgood, George J. Suci und Percy H. Tannenbaum an der University of Illinois ihr Standardwerk The Measurement of Meaning. Darin beschrieben sie das Semantische Differential – eine Methode, mit der sich die Bedeutung von Begriffen über Skalen zwischen Gegensatzpaaren systematisch messen lässt.
Bereits 1928 hatte der Harvard-Psychologe William Moulton Marston in Emotions of Normal People ein Verhaltensmodell vorgestellt, das menschliches Verhalten entlang von vier Grunddimensionen abbildet – heute bekannt als DISC.
Entstehung des Instruments
1973 griffen Ron Bates und Ralph Colby in Minneapolis (USA) diese Grundlagen auf und entwickelten daraus ein praxisorientiertes Analyse-Instrument für Organisationen. Unter Mitwirkung von V. Ralph Buzzotta, einem Psychologen und Mitgründer von Psychological Associates, entstand ein Fragebogen, der auf dem Semantischen Differential basiert.
Der besondere Beitrag von Bates und Colby: Sie bezogen konsequent die Fremdwahrnehmung mit ein. Nicht nur wie jemand sich selbst sieht, sondern wie andere diese Person erleben, wurde zum zentralen Bestandteil der Auswertung.
Von den USA in die Schweiz
Unter dem Namen Interpersonal Growth Systems bauten Bates und Colby von den USA aus ein internationales Netzwerk von Partnern auf – unter anderem in Schweden, Finnland, Australien und der Schweiz. In den USA selbst wurde das System später unter dem Namen Intégro weitergeführt und ist heute als Conscious Leadership Alliance aktiv.
Otto Belz war einer der frühen europäischen Partner. Er brachte das Instrument in die Schweiz, setzte es über viele Jahre in der Praxis ein und befreite es von Widersprüchlichkeiten.
perStyles heute
Heute wird perStyles mit einem digitalisierten Auswertungsprozess eingesetzt. Die Stilbeschreibungen sind an heutige Gegebenheiten angepasst und die Seminar-Methodik ist eigenständig entwickelt worden.
Der Kern des Ansatzes ist dabei geblieben: Das Modell dient der persönlichen Entwicklung, nicht der Beurteilung. Es macht bewusst, wie wir auf andere wirken – und eröffnet damit konkrete Möglichkeiten, die eigenen Stärken gezielter einzusetzen.
- Osgood, C. E., Suci, G. J. & Tannenbaum, P. H. (1957). The Measurement of Meaning. University of Illinois Press.
- Marston, W. M. (1928). Emotions of Normal People. Kegan Paul, Trench, Trübner & Co.
- Lefton, R. E. & Buzzotta, V. R. (2004). Leadership Through People Skills. McGraw-Hill.
- Bates, R. & Colby, R. (1973). Interpersonal Growth Systems. Minneapolis, USA.